{"id":472,"date":"2010-02-21T23:15:00","date_gmt":"2010-02-21T22:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/?p=472"},"modified":"2022-04-21T23:20:27","modified_gmt":"2022-04-21T21:20:27","slug":"in-eigener-sache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/2010\/02\/21\/in-eigener-sache\/","title":{"rendered":"In Eigener Sache"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">21. Februar bis 03. M\u00e4rz 2010<\/h3>\n\n\n\n<p>Unter dem Motto &#8211; In eigener Sache: Bilder, Objekte, Monotypien &#8211;<br>pr\u00e4sentiert sich Inge-Rose Lippok nun mit Ihren neuen Arbeiten den interessierten Besuchern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"473\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild6-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-473\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"478\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild5-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-478\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"476\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild4-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-476\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"475\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild3-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-475\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"477\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild2-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-477\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" data-id=\"474\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/Bild1-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-474\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"752\" data-id=\"479\" src=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/EigeneSacheEldg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-479\" srcset=\"https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/EigeneSacheEldg.jpg 800w, https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/EigeneSacheEldg-300x282.jpg 300w, https:\/\/www.irlippok.de\/lortzingart\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/04\/EigeneSacheEldg-768x722.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Stilles Ver-r\u00fccken der St\u00fchle<br>von Dariusz Muszer \u00a9<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Damen und Herren, gesch\u00e4tzte Kunstfreunde,<br>liebe Inge-Rose!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eine sehr primitive und heimt\u00fcckische Art, die Kunst zu betrachten. Das gebe ich gerne zu. Ich richte mich nach dem Gefallen, nach meinem Gefallen, nach meinem Schlecht- und Gutd\u00fcnken. Was man so \u00fcber die eine oder andere \u00e4u\u00dfere Erscheinung von Kunst sagt, ist mir im Grunde gehupft wie gesprungen. Schade f\u00fcr die heutige Menschheit, doch gut f\u00fcr die Kunst im Gro\u00dfen und Ganzen, f\u00fcr mich und vor allem gut f\u00fcr die Kunst von Inge-Rose Lippok. Denn ich nehme ihre Werke pers\u00f6nlich; ich sauge sie &#8211; die Werke, nicht Inge-Rose Lippok &#8211; so, wie ich es will. Und ich mu\u00df dabei oft schmatzen.<br>St\u00fchle. Es wimmelt von St\u00fchlen. Zweckgem\u00e4\u00df sind St\u00fchle zum Sitzen da &#8211; nicht um von Menschen verla\u00dfen zu werden, nicht um einsam in einem Raum zu verharren. Sitzt der Mensch auf einem Stuhl, ist die Welt des Stuhls und des Menschen in Ordnung. Steht aber der Mensch auf und geht fort, ist er auf einmal stuhllos, und der Stuhl ist menschenleer.<br>Es hat mich schon immer intere\u00dfiert, was St\u00fchle machen, wenn sie von Menschen verla\u00dfen wurden. Bleiben sie menschlos sitzen? Tanzen sie etwa, schlagen Purzelb\u00e4ume vor Freude? Oder schmollen sie herum und blasen den bla\u00dfesten Tr\u00fcbsinn, den jemand je geblasen hat? Suchen sie sich andere Menschen aus und locken sie zu sich, um besetzt zu werden? Verwesen sie, gehen sie zugrunde, heiraten sie andere St\u00fchle und haben wom\u00f6glich Kinder? Ja, ich bin ein Mann, ein falsches Halbblut, dazu voyeuristisch veranlagt &#8211; ich will es sehen und wi\u00dfen! Ich brenne zu erfahren, wie sich die Dinge entwickeln, wenn sie mir aus den H\u00e4nden gleiten, wenn sie aus meinem Blickwinkel verschwinden.<br>Und endlich habe ich eine Meisterin gefunden, die mir sagt, wo und wie es langt geht, was die Sache ist. Inge-Rose Lippok zeigt mir, was ein Stuhl macht, wenn der Mensch weg ist: Der Stuhl spielt ver-r\u00fcckt. Einfach so. Der Stuhl f\u00e4ngt an, sich zu bewegen, sich zu entfalten, umzuwandeln. Es war also falsch von mir anzunehmen, St\u00fchle seien f\u00fcr mich da. Das Gegenteil ist der Fall: Ich bin der, den ein Stuhl braucht. Ohne mich w\u00fcrde der Stuhl, ja, w\u00fcrden alle St\u00fchle des Universums st\u00e4ndig in Bewegung bleiben. Wenn ich mich hinsetze, erstarren sie vor Anstrengung und warten nur darauf, da\u00df ich aufstehe und schleunigst verschwinde. Dann k\u00f6nnen sie das machen, wof\u00fcr sie berufen sind: zum Ver-r\u00fccken, an einen anderen Platz zu r\u00fccken.<br>Bei Inge-Rose Lippok geht es aber noch weiter: Nicht nur St\u00fchle transformieren und stellen sich ver-r\u00fcckt an, wenn wir wegschauen \u00e2\u20ac\u201c die ganze Welt steht auf dem Kopf, also endlich richtig. &#8222;Lichtpl\u00e4tze&#8220; k\u00f6nnen beispielsweise nur \u00e2\u20ac\u017eleicht ver-r\u00fcckt\u00e2\u20ac\u0153 werden oder mutieren zu Orten &#8222;f\u00fcr einen, der gern zwischen den St\u00fchlen sitzt&#8220; oder &#8222;der gern verkehrt herum sitzt&#8220;. In der Welt der leicht ver-r\u00fcckten Pl\u00e4tze taucht ein Ort auf, von dem aus die K\u00fcnstlerin tr\u00e4umte oder aber von dem sich die K\u00fcnstlerin ver-r\u00fcckt austr\u00e4umte. War das ein &#8222;Traum eines Drei\u00e4ugigen&#8220; (ein wunderbares Werk, einsam in seiner verkehrten und verzerrten Figurativit\u00e4t), oder blo\u00df die ewige Suche nach der Antwort auf die Frage: &#8222;Wer hat Angst vorm schwarzen Mann&#8220;? Wer denn? Doch wir alle! Die K\u00fcnstlerin ist nicht allein. Dann k\u00f6nnen wir beruhigt weiter Au\u00dfchau halten!<br>Und da landen wir bei oder in den &#8222;blauen Gef\u00e4ngni\u00dfen&#8220;. An der Zahl gibt es 28 davon, alle klein und dreidimensional, r\u00e4umig genug, um nicht nur Holzst\u00f6cke, sondern auch eine ganze Landschaft einzusperren. Einen Strand oder eine weite, mit Grasb\u00fcschel besprengte, bewachsene Steppe. \u00fcbrigens, bei Inge-Rose Lippok landet alles fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in einem K\u00e4stchen aus Plexiglas. Und ich nehme ihr das gar nicht \u00fcbel. Unser Multiversum ist auch ein K\u00e4stchen, nur einen Schu\u00df Lichtjahre gr\u00f6\u00dfer.<br>Jetzt \u00fcber den &#8222;Schl\u00fc\u00dfel zum Durchblick&#8220;, den die gewiefte K\u00fcnstlerin &#8222;an dunklen Orten fand&#8220;. Ja, wo kann man denn am besten dem Geheimnis des Lebens und der Suche auf die Schliche kommen? Richtig! Da, wo es am dunkelsten ist. Und wo ist dieser Ort? Gem\u00e4\u00df dem polnischen Sprichwort &#8222;am dunkelsten ist es immer unter der Laterne&#8220;. Inge-Rose Lippok erreicht diesen Zustand Dunkelseins mitten in einer prachtvollen Buntheit. Und sie findet nicht nur ihren Schl\u00fc\u00dfel zum Durchblick, zur Liebe, zu neuen Horizonten, sondern sie kann uns die von ihr frisch entdeckten Orte zug\u00e4nglich machen. Und das ist eine Kunst an sich! Wer will, kann da sogar eintauchen. Ob er danach aber wieder heile herauskommt, kann sich als schwierig erweisen. Der Zyklus der Monotypien in Rahmen &#8222;Den Schl\u00fc\u00dfel zum Durchblick fand ich an dunklen Orten&#8220; beinhaltet n\u00e4mlich eine Botschaft, eine Warnung: Wenn du nicht vorbereitet bist, sei auf der Hut, lieber Vorbeischauender, es kann gef\u00e4hrlich sein! Vielleicht wird sich deine Welt ver\u00e4ndern, vielleicht wird dich deine Frau oder dein Mann nicht mehr wiedererkennen. Und du selbst verlierst den Anschlu\u00df an die Wirklichkeit. Grausam! Die Kunst kann einen empfindlicher f\u00fcr die Sorgen der Menschheit machen oder aber auch mit Schweinegrippe anstecken.<br>Es w\u00e4re meinerseits unangebracht, wenn nicht ungeh\u00f6rt, in der Er\u00f6ffnungsrede keinen kulinarischen Akzent zu setzen. (Das am Anfang erw\u00e4hnte Schmatzen z\u00e4hlt nicht.) Denn unsere vorz\u00fcgliche Koloristin, deren Werke wir heute bewundern k\u00f6nnen, ist ja auch bekannt als eine begnadete K\u00f6chin. Dazu eignet sich pr\u00e4chtig der Zyklus &#8222;Liebesfische&#8220;. Da sieht man Blau auf Gr\u00fcn und Flach auf Gew\u00f6lbt, was pa\u00dfiert, wenn ein Fisch sich statt auf eine Pfanne in ein K\u00fcnstleratelie verirrt. Er wird nicht gebraten, er wird zu einem Lustobjekt, Verzeihung, selbstverst\u00e4ndlich zu einem Liebesobjekt! So hartherzig k\u00f6nnen manchmal K\u00fcnstler sein, denen es versagt bleibt, ein eigenes Restaurant zu f\u00fchren. Mahlzeit!<br>Die neuen und neusten Bilder, Objekte und Monotypien von Inge-Rose Lippok werden unter dem Motto &#8222;In eigener Sache&#8220; pr\u00e4sentiert. Und schon wieder tappen wir in eine Falle, eine doppelsinnige T\u00fccke. Den Titel der Au\u00dftellung kann man durchaus leicht mi\u00dfverstehen: Die K\u00fcnstlerin hat sich als Galeristin, die sie ja tats\u00e4chlich ist, lange genug f\u00fcr andere K\u00fcnstler eingesetzt, ihre Werke bemuttert, bev\u00e4tert und zur Schau gestellt, und jetzt ist sie an der Reihe, jetzt will sie etwas f\u00fcr sich selbst machen, f\u00fcr ihren vorsterblichen und auch unsterblichen Ruhm. Sie handelt also &#8222;in eigener Sache&#8220;. Aber auch ihre Werke tun das. Denn, unabh\u00e4ngig von den Absichten der K\u00fcnstlerin, sprechen sie ebenfalls \u00e2\u20ac\u017ein eigener Sache\u00e2\u20ac\u0153. F\u00fcr ein Bild ist es unwichtig, v\u00f6llig irrelevant, wer es gemalt hat. Das ist nur wichtig f\u00fcr uns, Menschen. Bilder wollen nur eins, sie wollen gut gemalt werden. Bilder leben in einer Welt, in der es keine Urteile, keine N\u00f6rgler und auch keine Bewunderer gibt. Aus unserer Sicht ist diese Welt verkehrt, ver-r\u00fcckt. Und das hat uns Inge-Rose Lippok auf wundersame Weise schon wieder gezeigt. Zwischen den Farben ihrer Werke schweben Geister der Suche und der Entdeckung, die jeder von uns heute f\u00fcr sich sichtbar machen kann. Die K\u00fcnstlerin sagte zu mir einmal: &#8222;Ich mag Farben und Malen. Jeder Strich ist f\u00fcr mich ein Abenteuer&#8220;. Und sie erlaubt uns heute, an ihren phantastischen Abenteuern teilzuhaben.<br>Meine Damen und Herren, in diesem Sinne: ran an die Bilder, ran an die Objekte und die Monotypien! Die Kunst ruft! Und la\u00dfen wir sie nicht ver-r\u00fccken!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21. Februar bis 03. M\u00e4rz 2010 Unter dem Motto &#8211; In eigener Sache: Bilder, Objekte, Monotypien &#8211;pr\u00e4sentiert sich Inge-Rose Lippok nun mit Ihren neuen Arbeiten den interessierten Besuchern. Stilles Ver-r\u00fccken der St\u00fchlevon Dariusz Muszer \u00a9 Meine Damen und Herren, gesch\u00e4tzte Kunstfreunde,liebe Inge-Rose! 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